|
im Februar 2008
An einem verschneiten Nachmittag entschließe ich mich
mit meiner kleinen Nichte einen gemütlichen DVD Abend
zu machen. Natürlich dürfen dabei ein paar Knabbereien
und Süßigkeiten nicht fehlen. Also gehen wir in diese
Bäckerei, wo mir sofort die Anzeige von Friseur Wommelsdorf
ins Auge fällt. Diese suchen nämlich Modelle für eine
Weiterbildung für Friseure. Da ich sowieso bald zum
Friseur wollte, denke ich mir, die Gelegenheit darfst
du dir doch nicht entgehen lassen.
An diesem besagten Tag sitze ich nichts ahnend beim
Friseur und warte darauf bis ich endlich mit Styling
dran bin. Sonja Köhler von der BWT in den Salon und
erzählt uns, dass Sie noch auf der Suche nach der 6.
Briloner Waldfee ist. Meine Öhrchen wurden ganz spitz
und das Interesse daran immer mehr und mehr.
Zu Hause angekommen, informierte ich mich sofort auf
der Homepage der Briloner Waldfee was diese denn so
für interessante Sachen erlebt. Darauf hin habe ich
mich beworben. Mit großer Spannung wartete ich auf die
auf die Antwort. Erst wurde ich zu einem persönlichen
Gespräch in einer kleinen Runde eingeladen. Mir schossen
tausend Fragen durch den Kopf und vor allem die Frage
ob ich für das Amt auch wirklich geeignet bin und ob
ich gewählt werde.
Ich habe wirklich jeden Tag auf die Antwort gewartet,
als wenn man auf seine Testergebnisse nach der Prüfung
wartet. Sie machten es auch spannend. Ich wurde dann
noch mal zu einem Zusammentreffen mit dem gesamten Arbeitskreis
eingeladen. Da kamen mir schon die ersten Glücksgefühle
hoch. Aber genau wusste ich es ja noch nicht. Nach dem
Treffen kam dann der erlösende Anruf von Sonja: „Du
bist unsere neue Waldfee!“ Ich habe Luftsprünge gemacht.
Das glaubt ihr gar nicht!!!!!!
Dienstag, 17. März 2008
Heute war ich bei der Kleideranprobe Annette Kemmerling
und ihrer Mutter. Das Kleid habe ich zum ersten Mal
live gesehen. Und es ist überwältigend. Diese Stoffe,
die Verarbeitung - einfach alles. Und ich darf dieses
Kleid für ein Jahr anziehen. Am liebsten würde ich es
gar nicht mehr ausziehen. Aber leider eignet es sich
nicht zum Schlafen ? Es ist wirklich toll. Annette und
ihre Mutter machten sich sofort an die Arbeit, was natürlich
mit einem Gläschen Sekt noch viel schöner ist. Dabei
stellten wir fest, dass ich etwas kleiner bin als meine
Vorgängerinnen. Aber alles kein Problem. Die beiden
Profis haben wirklich schnell eine gute Lösung gefunden.
Und es sieht immer noch toll aus. Heute hab ich auch
schon mein erstes Fotoshooting hinter mir. Ich hoffe,
es sind ein paar gute dabei ?
Ende dieser Woche habe ich mein erstes richtiges professionelles
Fotoshooting vor mir. Man bin ich aufgeregt. Das bin
ich sowieso jeden Tag eigentlich. So wenn ich durch
Brilons Straße gehe, denke ich mir, wie es wohl sein
wird, dies als Waldfee zu tun. Aber das werde ich ja
schon bald erfahren.
Sonntag, 05. April 2009
„Heute ist es soweit!“ denke ich mir, als mein Wecker
klingelt. Geschlafen habe ich allerdings noch gut und
wirklich aufgeregt bin ich auch noch nicht. Irgendwas
stimmt nicht mir dir, denke ich nur. Aber vielleicht
liegt es auch da dran, dass ich mit keinem drüber sprechen
kann….
Um 12.30 Uhr muss ich beim Friseur sein. Jessica von
Friseur Wommelsdorf macht extra für mich an einem Sonntag
den Salon auf und macht mich für meinen großen Auftritt
schön. Das gibt einem schon ein sehr schönes Gefühl.
Die Nervosität steigt doch so langsam. Die Hände fangen
schon so langsam an zu zittern, als ich mich mit Jessica
über den heutigen Ablauf unterhalte.
Zu Hause angekommen, hatte ich noch ein paar Minuten,
bis Annette vorbei kommt um mir beim anziehen des Kleides
zu Helfen. Und danach geht es auch schon ins Rathaus,
durch den Hintereingang. Bis es offiziell gemacht wird
habe ich noch ein paar Minuten Zeit um meine ersten
Autogrammkarten zu unterschreiben. Das ist ja eigentlich
nicht so schwer, doch wenn die Hände zittern kann man
schlecht schreiben.
Je näher ich dem Augenblick des offiziellen Teiles komme
umso nervöser werde ich. Mittlerweile zittere ich am
ganzen Körper. Es war unglaublich. Die Aufregung war
nicht mehr zu verstecken. Zum Glück tauscht der Bürgermeister
ein paar nette Worte mit mir und macht mir Mut: „Wir
machen das schon!“ Sagt er. Und irgendwie hilft es auch.
Meine Vorgängerinnen sind auch schon eingetroffen. Nach
einem Gläschen Sekt fühlte ich mich gleich ein bisschen
entspannter und auch gleich im „Club“ der Waldfeen integriert.
Es ist ein sehr schönes Erlebnis.
Nach der Verabschiedung von Nadine Hüssen, 5. Briloner
Waldfee, kommt mein Part des offiziellen Teiles. Wie
immer fällt mir nichts mehr ein, was ich sagen könnte.
Als ich vorne bei unserem Bürgermeister, Herrn Schrewe
stehe und er mir den Feenstab überreicht ist meine Freude
riesig, allerdings ist die Aufregung noch riesiger.
Mit meiner zitternden Stimme versuche ich noch ein paar
Worte ins Mikrofon zu sprechen und hoffe innerlich,
dass es alle verstehen können.
Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen, wo ich die positive
Reaktion der Menschen gesehen habe. Beim Spaziergang
durch die Bahnhofstraße sehe ich strahlende Kinderaugen
die nach einem Autogramm von mir Fragen. Und wie durch
Zauberhand verfliegt die ganze Nervosität und die Aufregung,
als würde ich schon seit ein paar Jahren Autogrammkarten
schreiben ...
Samstag, 25. April 2009
Heute ist mein erster offizieller Auftritt auf dem Marktplatz
in Brilon. Ich bin total aufgeregt. Aber zum Glück hat
der Moderator mir schon ins Gästebuch geschrieben und
mir ein bisschen Mut gemacht. Als ich dort antreffe,
in Begleitung mit Annette Kemmerling, war es dann halb
so wild. Sie hat mich ganz toll unterstützt und mir
beruhigende Worte zugesprochen.
Auf der Bühne hatte ich ganz nette Herren und natürlich
auch den Showmaster Herr Matten dabei. Als ich beim
dritten Mal hintereinander ein Los mit einer Gewinnerin
aus dem „Kasten“ ziehe, wird Herr Matten natürlich skeptisch
und stellt mir eine ganz simple Frage: „Sagen Sie, mögen
Sie eigentlich keine Männer?“ So schnell fiel mir dann
nur folgendes ein: „Naja, nicht alle!“ Ich weiß nicht
ob das die richtige Antwort auf die Frage war. Die Frauen
hat es denk ich mal gefreut und ich die denke, dass
diese Frauen ja auch Männer zu Hause haben, die sich
über die Sachpreise sehr gefreut haben.
Samstag, 09. Mai 2009
Um 09.00 Uhr morgens beginnt die Spargelschälaktion
auf dem Briloner Marktplatz. Also musste ich heute schon
früh aus den Federn. Naja alles halb so wild, ist ja
für den guten Zweck, denke ich. Wir sammeln heute für
die Aktion „Lichtblicke“ des Radio Sauerlands spenden.
Der Köcheclub schält den eben gekauften Spargel gegen
eine Spende und dabei kann man noch eine leckere Spargelcremesuppe
ausprobieren. Ich habe mich so gegen ca. 10.00 Uhr auf
die Leute „gestürzt“ um von unserer gemeinsamen Aktion
zu erzählen. Über jeden Besucher beim Köcheclub habe
ich mich riesig gefreut. Schließlich war es für einen
guten Zweck.
Nach der Spargelschälaktion holt mich Wilfried Stockebrand
vom Marktplatz ab und gemeinsam machen wir uns auf den
Weg zum SoVD (Sozial Verbund Deutschland). Heute ist
nämlich Tag der offenen Tür des SoVD. Das Schöne da
dran war, die Menschen kamen teilweise von außerhalb
und sie guckten ganz erstaunt als sie mich gesehen haben.
Ich denke Sie werden Brilon sehr positiv in Erinnerung
behalten.
Montag, 11.05.2009
„Lecker in der Lokalzeit“
Letzte Woche habe ich erfahren, dass ich tatsächlich
ins Fernsehen komme. Das ist unglaublich. Ich bin ja
nicht schüchtern oder scheu. Aber im Fernsehen ausgestrahlt
werden. Also das war meine größte Angst. Was heißt Angst,
ich bin einfach nur aufgeregt.
Um Ein Uhr Mittags fahr ich mit Sonja los. Unser Ziel
ist Langenscheid bei Sundern. Dort befindet sich das
Hotel „Seegarten“ und direkt nebenan die beste, mir
bekannte, Cocktailbar „El diablo“. Zufälligerweise war
ich dort schon mal bei einem Seminar vor ca. einem Jahr.
Dort angekommen bin ich noch ziemlich ruhig. Von Aufregung
ist noch nichts zu spüren.
Wir werden sehr freundlich empfangen und sofort fühl
ich mich wohl. Ich meine, ich werde gleich mit dem Fernsehkoch
Olaf Baumeister kochen, der mir auch sehr sympatisch
erscheint. Nach einem Kaffee ziehe ich nun mein Kleid
an, damit die Dreharbeiten auch losgehen können. Es
ist sehr aufregend, so etwas mit zu erleben.
Olaf macht das ganz professionell und trotzdem ist er
dabei sehr natürlich. Er macht das ja auch nicht zum
ersten Mal. Er hat auch sofort die perfekte Idee dafür,
was wir kochen können. Aus unserem Waldfeen Likör „Waldfeenblut“
machen wir eine karamellisierte Soße, dazu Rehrücken
mit Waldpilzen und selbst gemachte Nudeln mit Waldkräutern.
So langsam fange ich auch an nervös zu werden, denn
alle begeben sich in Position.
Der Kameramann der Tontechniker und der „Regisseur“.
Und schon geht’s los, bevor ich es wirklich merke, sind
die ersten Minuten schon im „Kasten“. Zwischendurch
bekomme ich eine zittrige Stimme. Also wenn die Kamera
direkt auf einen gerichtet ist kann das halt schon mal
passieren.
Bevor ich jedoch in Panik verfalle ist das Gericht schon
fertig und ich hoffe auch dass ein paar gebrauchbare
Kommentare bzw. Szenen von mir im „Kasten“ sind. Die
Nudeln sind einfach super Lecker und der Rehrücken schön
Medium gebraten.
Ich habe durch diesen Tag so viele Eindrücke gesammelt,
die ich in meinem ganzen Leben nicht vergessen werde.
So einen Drehtag hat man ja auch nicht jeden Tag ?
Sonntag, 17.05.2009
Eröffnung des Blindenpfades und Tag der offenen Tür
beim Golfclub
Um kurz vor elf holt mich Herr Stockebrand von zu Hause
ab. IWas ich allerdings sehr Schade finde. Der Blindenpfad
ist ein sehr wichtiger Ort in Brilon. Er ist der längste
und der erste in ganz Deutschland.
Die Blinden haben hier die Möglichkeiten etwa 4,5 km
ganz alleine einen Wanderweg zu gehen. Dies ist sehr
wichtig für die Menschen, den dadurch verspüren sie
Selbstständigkeit, und deren Partner haben auch mal
eine kurze Auszeit verdient. Diesen Paaren und Menschen
gehört mein größter Respekt. Im Haus, das vor Jahren
für Kriegsblinde eröffnet wurde, gibt es eine Ausstellung
über Hilfsmittel für Blinde. Ich kann mir nicht vorstellen
wie das ist nichts sehen zu können. Es ist doch schade
wenn man die wunderbaren Farben unserer Welt nicht sehen
kann. Zugleich bin ich überwältigt davon wie Blinde
in unserer Gesellschaft ihr Leben meistern. Im Haus
der Kriegsblinden ist auch alles Blindengerecht eingerichtet
um noch ein bisschen Selbstständigkeit den blinden Menschen
zu ermöglichen. Der Blindenpfad wurde nach dem verheerenden
Sturm „Kyrill“ durch viele Helfer wieder in Stand gesetzt
und ich habe die Ehre diesen mit dem Bürgermeister zu
Eröffnen.
Nach diesem schon sehr Erfahrungsreichem Morgen, schauen
wir noch mit Herr Stockebrand und seiner Ehefrau im
Golfclub vorbei. Dieser hat heute Tag der offenen Tür.
Zum ersten Mal in meinem Leben schwinge ich einen Golfschläger,
nachdem ich eine sehr professionelle Einweisung vom
Trainer erhalten habe. Ich muss sagen, dafür dass ich
das das erste Mal mache, gelingt mir das ganz gut.
Ich verbringe noch ein paar schöne Stunden mit dem Präsidenten
den Golfclubs und seinen Freunden.
Samstag, 23.05.2009
Start des Rothaarsteiglaufs in Brilon
Heute habe ich einen relativ kurzen Termin, denke ich
mir als ich mich auf dem Weg zum Brunnen in der Stadt
mache. Hier fällt der Startschuss für den Rothaarsteiglauf.
Die Läufer haben noch einen sehr langen Weg vor sich,
ganze 42 km vor sich. Sie laufen bis nach Winterberg.
Oh man, ich glaube das wäre nichts für mich ;-)
Nachdem der Bürgermeister den Startschuss gegeben hat,
werde ich von Dr. Bub angesprochen, dem Vorsitzendem
des Forstamtes angesprochen. Heute sind die Rotarier
aus Frankreich da und Dr. Bub hat sich gedacht, dass
diese sich bestimmt über eine Begrüßung der Briloner
Waldfee freuen würden. Ich finde, dass dies eine super
Idee ist, und diese Zeit habe ich noch. Die Rotarier
waren auch sehr erfreut mich zu sehen, und ich ebenfalls
sie zu Begrüßen.
Bevor mich Dr. Bub „entführt“ hat, habe ich mich noch
auf einen kurzen Termin mit Bürgermeister Schrewe
verabredet.
In der Aula des Petrium Gymnasiums ist heute eine Feier.
Das Dorf Majorowka, dieses liegt im nördlichen Kasachstan,
feiert sein 100 jähriges Jubiläum. Die meisten Bewohner
dieses Dorfes wohnen heute in Brilon. Sie sind, genauso
wie ich mit meinen Eltern, nach der Wende in ihr Heimatland
Deutschland zurückgekommen. Sie haben nämlich alle Deutsche
Vorfahren. In Majorovka lebten 90 % Deutsche.
Zur Feier des Tages haben sich viele Bewohner aus ganz
Deutschland versammelt. Für mich ist es ein besonderer
Moment, als Herr Schrewe mich den Gästen vorstellt.
Ich habe auch kurz ins Mikrofon gesprochen, auf Russisch
natürlich. Die Gäste haben dies nicht erwartet und sind
sehr überrascht als ich auf Ihrer Muttersprache spreche.
Wir bekommen einen großen Applaus und eine kleine Kostprobe
der selbst gemachten Leckereien.
Den ganzen Tag lassen wir mit Herr Schrewe bei einem
Klassentreffen abklingen. Ein 40 jähriges Klassentreffen
der Abiturienten. Herr Schrewe hat mich kurzer Hand
zu diesem Treffen mitgenommen. Es ist eine gelungene
Überraschung, würde ich sagen, als ich die Gesichter
der Abiturienten sehe.
Mittwoch, 17. Juni 2009
Aufbruch zu den Hanstagen
Jetzt geht es los. Auf meine aufregende Reise nach Nowgorod
zu den internationalen Hansetagen. Also um zwei Uhr
morgens ohne Schlaf kann ich noch nicht behaupten, dass
ich wirklich nervös oder aufgeregt bin. Ich bin nur
damit beschäftigt, meine sieben Sachen die ja mittlerweile
alle schon im Koffer sind durch den Kopf gehen zu lassen.
„Hab ich alles dabei? Habe ich auch nichts von meinem
Waldfeenkostüm vergessen?“ Mit diesen Fragen beschäftigt
sich denke ich jeder bevor er auf eine Reise geht. Doch
nach kurzer Überlegung bin ich mir sicher, dass ich
alles schön in meinem Koffer verstaut habe und auch
nichts vergessen habe.
Da ich manchmal ein sehr ungeduldiger und zugleich sehr
pünktlicher Mensch bin, begebe ich mich schon zu unserem
Treffpunkt vor meiner Haustür um kurz vor zwei Uhr.
Zu meinem Glück herrschen draußen wunderbare Temperaturen.
Ich muss aber auch nicht lange warten. Herr Strenger
und seine liebe Frau sind auch ein bisschen früher dran,
sodass ich nicht mal fünf Minuten warten muss. Wir wollen
halt alle pünktlich am Flughafen sein ?
Dominik Andreas Brilon Reisemanager
Auf dem Weg zum Flughafen sammeln wir unseren Reisemanager
in Altenbüren ein. Wieso Reisemanager? Na weil Dominik
Andreas alles für uns organisiert hat. Man glaubt gar
nicht wie viel man Vorbereitungen für so eine Reise
treffen muss. Aus diesem Grund bin ich ihm auch sehr
dankbar, dass er alle Vorbereitungen für uns erledigt
hat. Damit hat er mir sehr viel Arbeit erspart ;-)
Nach einer nicht zu langen Fahrt sind wir am Flughafen
angekommen und treffen dort auf das Ehepaar Schrewe.
Sie sind mit eigenem PKW angereist, da unser Bürgermeister
leider schon vor uns das Reiseziel Nowgorod verlassen
muss. Dieses Wochenende ist doch Schützenfest in Brilon
und da muss der Bürgermeister nun mal anwesend sein.
Nach dem Check-In und einem Kaffee, um fünf Uhr morgens
tut dieser bekanntermaßen ganz gut, können wir auch
schon ins Flugzeug. Unser Flug dauert ca. drei Stunden
und schon sind wir in Russland in St. Petersburg gelandet.
Im Flugzeug haben wir mit Dominik versucht ein bisschen
die Augen zu schließen. Schließlich haben wir alle schon
lange nicht geschlafen, aber wirklich gelungen ist uns
das nicht. Aber was soll´s, die Müdigkeit spüren wir
vor lauter Aufregung noch gar nicht.
An der Gepäckausgabe bekomme ich ein bisschen Panik.
Tausend Fragen schiesen mir durch den Kopf. „Ist mein
Koffer auch wirklich da? Was mach ich bloß, wenn irgendwo
in Europa rumirrt und ich habe doch mein Kostüm da drinne?
Ohne mein Kostüm kann ich Brilon nicht als Waldfee repräsentieren!
Und was mach ich dann?“ Naja, ich hab mir halt sorgen
gemacht. Aber nach kurzer Zeit taucht auch mein Koffer
auf und mir fällt ein Stein vom Herzen.
Wir werden von einer ganz netten jungen Dame empfangen.
Sie spricht mit uns auf Deutsch, und sie kann es sehr
gut. Doch dann fällt ihr ein Wort nicht ein. Ich enthülle
ihr mein Geheimnis und beichte ihr, dass ich sie auch
auf Russisch verstehe. Die Erleichterung steht ihr im
Gesicht geschrieben :-)
Jetzt müssen wir noch schätzungsweise drei Stunden nach
Nowgorod mit dem Bus fahren. Am Ziel angelangt sind
es tatsächlich fünf Stunden und gefühlte zwanzig Stunden.
Man glaubt erst dann wie gut es uns in Deutschland und
unseren ständig sanierten Straßen geht wenn man Stunden
in einem klapprigen Bus auf Russlands Straßen verbracht
hat.
Nach den ganzen Formalitäten kommen wir endlich in unserem
wunderschönen Hotel auf. Es ist gepflegt und wir haben
super Zimmer. Schnell fühl ich mich da wohl. Jetzt nur
noch schön Abendessen mit allen zusammen und ich darf
mich in das schon sehr verlockende Bett zum Schlafen
legen. So nach mehr als 24 Stunden ohne Schlaf, schläft
man selbst in einem Hotel auch ganz gut ?
Donnerstag, 18. Juni 2009
Erster Tag in Nowgorod
Heute bauen wir unseren Stand auf. Wir sind sehr erleichtert,
als wir unsere erste Ladung bekommen haben. Allerdings
fehlt uns noch das wichtigste. Unsere Prospekte. Meine
Muttersprache hat uns denk ich mal schon ein bisschen
bei den organisatorischen Sachen sehr geholfen. Zumindest
macht uns das vieles leichter. In der Zwischenzeit,
also so lange wir auf unsere Prospekte warten, schauen
wir uns ein bisschen bei den anderen Hansestädten um.
Denen geht es auch nicht besser als uns. Es fehlen allen
noch die Prospekte und Werbemittel.
Aber so ist das nun mal wenn man in ein anderes, nicht
europäisches Land verreist, da läuft nicht alles glatt.
Auf ein Mal sehen wir ein Fernsehteam auf uns zukommen.
Die wollen wirklich ein Interview von uns haben. Nun
gut, da ich die Russische Sprache beherrsche erklär
ich mich dafür bereit.
Natürlich gibt Dominik mir ein paar Tipps, weil ich
vor Aufregung nicht weiß was ich sagen soll. Das Interview
dauert nicht lange, und doch spür ich noch ein zittern
in meinem Körper. Jetzt dauert es nur noch ein „paar“
Stunden und wir bekommen unsere Sachen. Jetzt kann ich
auch mit ruhigem Gewissen zurück ins Hotel fahren. Schließlich
muss ich mich für die heute Abend stattfindende Eröffnungsfeier
schick machen. Also mich in mein Kostüm schmeißen. Franz
und Gerda Schrewe fahren auch mit mir zurück. Die beiden
haben heute auch noch einen wichtigen Termin. Sie sind
zu der Delegierten Versammlung eingeladen.
Ich treffe mich nachdem ich mich in Schale geschmissen
habe treffe ich mich mit den anderen, also Dominik,
Herr und Frau Stenger in einem Restaurant. Schon auf
dem Weg dort hin werde ich von vielen Menschen nett
angeschaut. Die haben glaub ich noch nie ne Waldfee
gesehen! OK, die sieht man ja auch nicht jeden Tag :-)
Bei unserem sehr leckeren Abendessen treffen wir auf
unsere Freunde aus Buxtehude. Diese haben sogar einen
eigenen Dolmetscher dabei. Na gut wir brauchen ja keinen,
wir haben ja mich ;-)))
Die Eröffnungsfeier
So langsam wird mir bewusst, wo ich bin. Ich bin Teil
einer sehr großen und sehr wichtigen Veranstaltung.
Es versammeln sich tausende von Menschen vor dieser
riesengroßen Bühne. Kleine und Große, Junge und Alte
Menschen sind da. Es ist überwältigend mit wie viel
Interesse diese Menschen uns empfangen. Ich sehe diese
ganzen Fernsehkameras und das Blitzlichtgewitter was
uns umgibt zeigt mir wie wichtig die internationalen
Hansetage sind.
Gleich ist es so weit, wir werden gleich aufgerufen.
Wir, Herr Schrewe und ich, werden auf die große Bühne
als Vertreter der Hansestadt Brilon aufgerufen. Wenn
ich ganz ehrlich bin, bekomm ich so ein bisschen „Pippi“
in den Augen. Ich bin so stolz da drauf dabei sein zu
dürfen. Es ist wirklich überwältigend. Auf der großen
Bühne dann angekommen warten wir auf alle Vertreter
der Hansestädte aus Deutschland und zu unseren Ehren
wird die Deutsche Hymne gespielt und alle singen mit.
Ganz nebenbei: Wir haben es einfach beim singen, wir
sind ganz viele auf der Bühne, doch die einzige Hansestadt
aus Frankreich wurde durch eine einzige sehr mutige
Frau vertreten. Und ich denke sie hat in allen einen
großen Eindruck bei uns allen hinterlassen. So viel
Mut muss auch belohnt werden, sie bekommt einen riesengroßen
Applaus von uns allen. Leider hab ich bei der ganzen
Aufregung nicht bedacht, dass Nowgorod ziemlich im Norden
liegt, und bekanntermaßen dauert es hier sehr lange,
bis es dunkel wird. Also müssen wir uns jetzt in der
klirrenden Kälte noch ein bisschen auf die lang ersehnte
Lichter- und Musikshow warten. Und ich hab doch nur
das Kleid an, es kann ganz schön kalt werden wenn man
nur da steht und wartet.
Herr Schrewe hat doch Mitleid mit der Waldfee und leiht
mir seine Jacke. Trotz schlechten Gewissens, dass er
jetzt auch frieren könnte (auch wenn er sagt er tut
es nicht) nehme ich diese sehr nette Geste von ihm an.
Denn es ist wirklich kalt und es tut gut ein bisschen
Windschutz durch die Jacke zu bekommen. Also Herr Schrewe
hat auf jeden Fall noch einen Gut bei mir. Ach ja, zwischendurch
stoßt auch unsere Dolmetscherin zu uns. Sie konnte uns
einfach vorher nicht finden. Ist auch nicht ganz so
einfach bei der Menschenmasse. Sie ist auch sehr erleichtert,
als sie davon hört, dass ich sie sehr gut verstehe.
Sie versteht uns auch sehr gut, und doch macht es sehr
vieles einfacher, dass ich beide Sprachen gut beherrsche.
Die Lichter- und Musikshow beginnt und ich hab das Gefühl
alle sind mucks Mäuschen still. Ruhe tritt ein und alle
verfolgen mit viel Aufmerksamkeit die Show. Nun beginnt
auch das Feuerwerk. Es ist atemberaubend. So gigantisch
und so wunderschön. Ich hoffe ich kann es noch mal in
meinem Leben sehen, allerdings glaub ich nicht wirklich
da dran.
Um drei Uhr kommen wir im Hotel an. So langsam merk
ich auch meine Beine und schon in vier Stunden muss
ich aufstehen. Aber das macht nichts, denn es macht
jetzt schon viel Spaß.
Freitag, 19. Juni 2009
Erster Tag des Hansemarktes
Nach einem gemütlichen Frühstück begeben wir uns zusammen
auf den Hansemarkt. Bereits kurz nach zehn Uhr morgens
(um zehn Uhr hat der Hansemarkt begonnen) ist schon
sehr viel zu tun. Die Menschen reisen uns wortwörtlich
die Prospekte aus den Händen. Und es geht nicht nur
uns so. Also beschließen wir nach kurzer Zeit die Prospekte
ein bisschen zurück zu halten. Damit wir auch noch am
dritten Hansetag etwas zum Verteilen haben. Den interessierten
Menschen kann ich viel über Brilon erzählen. Und sind
total überrascht als sie mich auf Russisch sprechen
hören. „Wie, Sie sprechen unsere Sprache und das auch
noch so gut? Wie kommt das?“ Das war einer der meist
gestellten Fragen, die mir an diesen Tagen gestellt
wurde. Ich habe auch kaum Zeit ein Bissen zu mir zu
nehmen. Sie wollen alle mit mir ein Foto machen. Viele
sprechen davon, dass sie mich im Fernsehen gesehen und
möchten jetzt unbedingt ein Bild mit mir haben und auch
gerne ein Autogramm. Irgendwie fühl ich mich ein bisschen
wie ein VIP. Leider bin ich ein bisschen angeschlagen.
Mich hat es voll erwischt. Ich hab Hals- und Kopfschmerzen.
Ich denke ich bin erkältet. Allerdings macht das nicht
viel aus, denn in der ganzen Aufregung und bei so viel
Interesse der Menschen vergesse ich das schon mal.
Es kommt schon wieder dasselbe Fernsehteam von gestern
auf uns zu. Sie möchten erfahren wie unser erster Tag
verlaufen ist und wie wir die Eröffnungsfeier für uns
war. Herr Schrewe und ich geben dem Russischen Fernsehteam
ein Interview und sind sehr stolz da drauf.
Nach einem sehr langen und anstrengenden, und zugleich
doch sehr interessanten und ereignisreichem Tag nehmen
wir ein leckeres Abendessen und zwei Bierchen zu uns.
So schön das Beisammen sein auch ist, müssen wir alle
ins Bett um für den nächsten Tag wieder fit zu sein.
Samstag, 20. Juni 2009
Zweiter Tag des Hansemarktes
Heute stehen wir wieder allen interessierten Menschen
zur Verfügung. Zwischendurch hat jeder von uns die Möglichkeit
uns mal bei den anderen Hansestädten umzusehen. Ich
habe für mich sehr vieles gelernt und gesehen. Es ist
wirklich interessant die Städte, die eigentlich nicht
weit von Brilon entfernt sind, kennen zu lernen. Alle
haben etwas Besonderes zu zeigen. Salzwedel hat zum
Beispiel eine Stadtwache als Repräsentanten, diese sind
wie in den alten Zeiten gekleidet. Lippstadt hat einen
Grafen, mit dem ich mich übrigens nicht einig werden
kann. Wir diskutieren nämlich wer am allermeisten fotografiert
wird, er oder ich. Naja das werden wir wohl nie irgendwie
feststellen können ?
Heute Abend ist die Hanseparty. Hier sind alle Städte
die zum Hansemarkt eingereist sind eingeladen. Das will
ich mir nicht entgehen lassen und nehme gleich meine
„Mädels“ die ich dort durch die Veranstaltung kennen
gelernt habe mit. Leider wollten die anderen nicht mitkommen,
und das Ehepaar Schrewe hat uns ja heute Morgen schon
verlassen. Auf der Party treffe ich den Bürgermeister
von Nowgorod und den Hansechef Herrn Sachse.
Sonntag, 21. Juni 2009
Dritter Tag des Hansemarktes Heute ist der letzte Tag
des Hansemarktes. Ab ein Uhr mittags, fangen wir langsam
an unsere Sachen zusammen zu packen und verschenken
die letzten Waldfeenschnäpse an unsere Freunde von den
anderen Hansestädten.
Herr Strenger und ich zu sind noch zu einem offiziellen
Termin eingeladen. Die Stadt Pärnu in Estland,
wo die nächsten internationalen Hansetage stattfinden
werden, stellt sich den Delegierten vor. Sie verwöhnen
uns mit zahlreichen traditionellen Köstlichkeiten und
führen uns ihren nationalen Tanz vor. Wobei ich gleich
mitmachen darf. Es ist eine sehr schöne und interessante
Stadt. Ich bin jetzt schon traurig, dass ich nächstes
Jahr nicht dabei sein kann. Aber vielleicht schaffe
ich es ja privat mitzufahren.
Wieder zurück am Stand, machen wir uns jetzt mit allen
wieder auf den Weg. Jetzt findet die Abschiedsparade
statt. Alle Hansestädte, mit ihren Symbolfiguren, stellen
sich in einer bestimmten Reihenfolge hintereinander
auf. Wir gehen ganze zwei Stunden durch die Stadt. Die
Straßen wurden unseretwegen abgesperrt und die Menschen
haben sich am Straßenrand versammelt um uns auf wieder
sehen zu sagen. Mir gehen ganz viele Gedanken durch
den Kopf. Einer davon: „Als kleines Kind stand ich am
Straßenrand und habe mit Bewunderung den Menschen die
in der Mitte der Straße gehen mit ihren wunderschönen
Kostümen zugesehen. Und jetzt bin ich diejenige die
in der Straßenmitte gehen darf.“ Es macht einen schon
stolz.
Im Kreml, dem Stadtzentrum von Nowgorod, sind wir nun
angekommen. Hier haben wir unser Ziel der langen Parade
erreicht. Nach ein paar kurzen, sehr bewegenden Reden
des Bürgermeisters von Welikij Nowgorod und dem Hansechef
Herrn Sachse, wird mir bewusst, dass war’s jetzt. Auch
wenn mich meine Beine kaum noch tragen, bin ich ein
bisschen, dass alles vorbei ist.
Heute Abend essen wir wieder gemeinsam, jedoch bekommen
wir Gesellschaft von unseren Nachbarn, den Lippstädtern.
Es ist ein sehr lustiger Abend und für mich vor allem
auch sehr interessanter Abend. Für mich ist es schon
sehr Aufregend, unseren Bürgermeister zu kennen und
heute Abend habe ich den Bürgermeister von Lippstadt
kennen gelernt. Und mir wird Bewusst, das sind auch
genau solche Menschen wie wir. Sie sind lustig, man
kann sich mit ihnen unterhalten und natürlich auch ein
Bierchen trinken ;-)
Montag, 22. Juni 2009
Unsere Abreise
Dieser Tag beginnt wieder sehr früh, und viel geschlafen
habe ich auch nicht. Dadurch das ich noch einen angeheirateten
Cousin in Welikij Nowgorod habe. Hatte ich das Glück,
dass ich noch ein bisschen was von der Stadt und dem
Leben dort sehen durfte. Aus diesem Grund macht es mir
auch nicht aus, dass ich nur zwei Stunden geschlafen
habe. Außerdem haben wir ja auch noch eine lange Busreise
vor uns, da kann ich mich ja noch aufs Ohr legen.
Schön wär’s. Wir sind ja nicht die einzigen im Bus und
die Salzwedeler Stadtwache macht nie schlapp. Gut gelaunt
singen sie Lieder und erzählen Märchen. Ich zapple nicht
lange und schließe mich dieser lustigen Truppe an. Es
ist eine sehr lustige Fahrt. Ich fühle mich in die zehnte
Klasse zurück versetzt, als wir unsere Abschlussfahrt
gemacht haben. So ungefähr fühl ich mich gerade. Irgendwann
sind wir auch müde und schließen uns dem Rest der Busbesatzung
an und dösen auch ein bisschen.
Nach dem Flug und der relativ kurzen Heimreise mit dem
BWT – Bulli bin ich froh zu Hause angekommen zu sein.
Es dauert nicht lange, dass sich meine Augen schließen
und ich bis zum nächsten Morgen durchschlafe.
Und das Ende der Geschichte: Es werden die unvergessensten
Tage in meinem Leben bleiben. Ich kann jedem jungen
Mädchen nur empfehlen eine Waldfee zu werden. Wie Annette
Kemmerling so schön sagt: „Es ist ein sehr wichtiger
Mosaikstein in deinem Leben.“ Und das kann ich nur bestätigen.
Man wächst durch Herausforderung. Man sollte diese annehmen
und keine Angst davor haben.
Sonntag,
23. August 2009 – Westfälische Hansetage
Nach einer langen Pause mach ich mich heute morgen wieder
auf den Weg als Waldfee. Dominik holt gleich früh morgens
ab, damit wir auch pünktlich zu Beginn der Westfälischen
Hansetage in Medebach sind.
Es dauert nicht lange und schon bekommen wir Besuch
von einer weiteren Symbolfigur aus der Nähe. Es ist
das Haarmännchen aus Rüthen. Es ist interessant zu erfahren
was die anderen so für Erfahrungen machen, doch es geht
allen so wie mir. Die Kinder bereiten einem die größte
Freude.
Aus diesem Anlass hab ich mich auf dem Weg gemacht um
den Kindern auch eine kleine Freude zu machen. Dank
Dominik´s Hilfe konnte ich den Kindern grüne Luftballons
schenken, und die leuchtenden Augen der Kinder war das
größte Geschenk für mich.
Freitag, 28. August 2009 – Altstadtfest in Brilon
Mein erster Gedanke heute Morgen: „Ich darf heute mit
dem Bürgermeister das Altstadtfest eröffnen.“
Ich bin allerdings auch schon sehr aufgeregt, und die
Aufregung wird größer als auf unserem Markplatz die
Bühne sehen. Ich hoffe nur, dass ich nicht viel sprechen
muss. Das ist für mich nämlich immer eine große Überwindung.
Doch alles halb so wild, unser Bürgermeister hat mich
gut eingeführt und ich durfte nur kurz die Eröffnung
des Altstadtfestes bekannt geben. Eine Ehre für mich.
Nach der Eröffnung machen wir noch zusammen mit Reinhard
Sommer und Franz Schrewe und noch ein paar Begleitern
eine kleine Stadtrundfahrt auf der historischen Postkutsche.
Es ist eine kleine Herausforderung mit meinem schönen
Kleid nach oben auf die Kutsche zu kommen, doch mit
der Hilfe des netten Kutschenfahrers meistere ich auch
diese ;-) „Uuh, ist das hoch hier oben“, sag ich noch
zu dem Kutschenfahrer. Es ist allerdings eine sehr schöne
Erfahrung mit so einer historischen Kutsche zu fahren.
Samstag, 29. August 2009 – Altstadtfest
Neben unseren Freunden aus der Partnerstadt Heusden–Zolder
haben wir unseren Stand. Ei??4??pne perfekte Gelegenheit
für mich, diese auch kennen zu lernen. Sie haben einen
Riesen dabei, dieser hat sie vor ein paar Jahrhunderten
vor Feinden beschützt. Er sieht auch ganz schön furchteinflößend
aus.
Nach ein paar Rundgängen durch unsere schöne Altstadt,
bewappnet mit ein paar Luftballons und Autogrammkarten
begebe ich mich mit Herr Stockebrand zu einer Baumpflanzaktion
mit unseren Freunden aus Belgien. Und schon hab ich
mit der stellvertretenden Bürgermeisterin von Heusden–Zolder
und noch ein paar Freunden den ersten Baum in unserem
Bürgerwald bei Gudenhagen–Petersborn gepflanzt. Hier
kann jeder Bürger einen Baum pflanzen, zur Wiederaufforstung
nach dem schlimmen Kyrill Sturm vor ein paar Jahren.
Sonntag, 30. August 2009 – Altstadtfest
Heute ist der letzte Tag des Altstadtfestes und zugleich
verkaufsoffener Sonntag.
Ich habe heute zwei ganz tolle Kinder kennen gelernt.
Durch einen kleinen Tipp einer Elfe habe ich erfahren
was Paul auf dem Schulhof gemacht hat. Er ist ganz mutig
einen Fahnenmast hoch geklettert unter dem Applaus der
anderen Schüler. Das wollte ich Paul natürlich persönlich
noch mal sagen, dass die Waldfee alles sieht und wie
mutig, aber zugleich auch gefährlich ich das finde.
Bei dieser Gelegenheit habe ich seine kleine Schwester
Clara kennen gelernt. Sie möchte auch mal eine Waldfee
werden, was mich sehr erfreut.
Freitag, 25. September 2009 – Eröffnung der
Michaelis Kirmes / Fototermin
Letzte Woche hab ich erfahren, dass Bäckermeister Liese
Waldfeenstollen gebacken hat. Vor der Kirmeseröffnung
muss ich noch mal kurz zum Bäcker. Ein Foto mit dem
Waldfeenstollen, Herr Liese und mir zu machen. Der Waldfeenstollen
sieht zum anbeißen aus. „Mmh lecker!“ denk ich da nur.
Als Dankeschön, für den Fototermin bekomme ich von Herr
Liese so einen Stollen auch geschenkt. Da kann der Kaffeklatsch
mit meiner Familie ruhig kommen ;-)
Nach dem Fototermin begebe ich mich zusammen mit der
Praktikanten von der BWT zum Marktplatz.
Mir fällt sofort eine nett bekleidete Dame auf. Das
ist die Rosenkönigin unserer Partnerstadt Bukow. Schnell
freunden wir uns an.
Zur Unterstützung habe ich heute auch die ehemaligen
Waldfeen bei mir. Es ist schön, diese mal wieder zu
sehen und ein paar Geschichten und Empfindungen auszutauschen.
Nach der netten Ansprache unseren Bürgermeisters und
der Rede der Rosenkönigin bin ich nun an der Reihe.
Es sind so viele Menschen die sich auf dem Marktplatz
versammelt haben und nun darauf warten, dass ich die
Michaelis Kirmes eröffne. Aus diesem Grund halte ich
meine Rede auch nur ganz kurz und wünsche allen eine
schöne Kirmes.
Zum Abschluss der Eröffnung machen wir noch alle gemeinsam
einen kleinen Rundgang über die Kirmes, wo wir auch
reichlich mit leckeren Getränken versorgt werden.
Freitag, 23. Oktober 2009 – Hansefest in Wesel
Gleich früh morgens geht es mit Ines nach Wesel. Wir
wollen ja nicht zu spät kommen und auch alles rechtzeitig
aufbauen. Die Fahrt geht ohne Stau oder sonstige Pannen
von dannen, zur Freude von Ines ;-)
Dort angekommen machen wir uns gleich auf zu unserem
Stand, um alle Mitbringsel auszupacken und unseren Stand
schön zu dekorieren.
Durch die Eröffnung der Bürgermeisterin von Wesel am
frühen Nachmittag beginnt das Hansefest. Man lernt auch
hier wieder sehr viele Menschen kennen. Z.B. sind heute
die Soester und Paderborner auch mit ihren Ständen vertreten.
Bei meinem Rundgang durch das Hansefest lerne ich sie
auch besser kennen und zugleich noch ein altes Spiel.
(Dieses hat einen ganz komplizierten Namen, den ich
mir leider nie merken konnte.) Es war aber sehr amüsant.
Nachdem der offizielle Teil des Hansefestes für den
heutigen Tag vorbei war, bin ich mit Ines zurück ins
Hotel um mich umzuziehen. Heute Abend findet nämlich
noch ein Treffen mit den Teilnehmern des Hansefestes
statt.
Samstag, 24. Oktober 2009 – 2. Tag des Hansefestes
Nach einem ausgiebigen Frühstück im Hotel geh??4??pen
wir mit Ines zurück an unseren Stand. Es ist schon einiges
los. Viele Menschen sind hier schon eingetroffen und
schauen sich interessiert unseren Stand und auch der
anderen Städte an. Das Hansefest findet unter dem Motto
„Historischer Markt“ statt. Sehr viele Menschen haben
sich hierzu Gedanken gemacht und schöne und leckere
Sachen auf die Beine gestellt.
Auf meinem Rundgang treffe ich ein nettes Mädchen. Ganz
fasziniert von der Figur die ich symbolisiere erzählt
sie mir ganz viel aus ihrem Leben und fragt mich auch
aus. Leider alles auf flämisch ;-) Aber zum Glück ist
ihre Mama dabei, die mir alles übersetzen konnte.
Sonntag, 25. Oktober 2009 – 3. Tag des Hansefestes
Heute ist der letzte Tag des Hansefestes in Wesel. Dies
macht sich auch an unserem Stand bemerkbar. Fast alle
unsere Prospekte und Schnäpse sind weg. Wir haben mit
Ines gut verkauft. Es war schön zu sehen, wie viele
Menschen von außerhalb an Brilon interessiert sind und
sich Informationen dazu holen.
Für mich ist es allerdings die ganzen Tage über schon
interessant gewesen, was die anderen Städte anbieten.
Z. B. Zwolle, eine Stadt aus den Niederlanden, hatte
selbstgemachten Senf dabei. Sehr lecker muss ich sagen.
Donnerstag, 14. Januar 2010 – „Aufbruch zur
„Grünen Woche“ in Berlin
Kurz bevor mein Wecker klingelt werde ich wach. Ich
bin schon sehr aufgeregt. Heute fahre ich mit dem Frauenchor
„Just for Joy“ zur Messe „Grüne Woche“ nach Berlin.
Natürlich stell ich mir die Frage, wie vor jeder Reise,
„Hab ich alles dabei?“. Laut meiner Liste ist alles
im Koffer verstaut und das wichtigste, mein Feenkleid,
unterm Arm. Jetzt kann es losgehen.
Beim Einsteigen merke ich schon, dass sich lauter nette
Damen im Bus befinden. Ich bleibe auch nicht lange alleine
sitzen. Eine freundliche Frau möchte sich neben mich
setzen, und ich hab natürlich nichts dagegen. Wir haben
uns sehr schnell angefreundet. Mein großes Glück das
ich nicht alleine gefahren bin. Zum Abendessen habe
ich mich dem Frauenchor dann auch einfach angeschlossen
und weitere Bekanntschaften geschlossen. Beim Essen
bekomme ich einen Tipp für ´s Leben. Erika erzählt unserer
netten Runde wie man am besten nachts entspannt schlafen
kann. „Die Zunge muss im Mund frei schweben und das
Becken muss dahin fliesen.“ Wir haben uns großartig
darüber amüsiert, aber den Tipp auch wahr genommen.
Im Hotel angekommen, leg ich mich kaputt von der Reise,
sofort ins Bett und teste gleich aus ob das auch so
mit der Zunge funktioniert ;-)
Freitag, 15. Januar 2010 – Messe „Grüne Woche“
Heute Nacht habe ich dank Erikas Tipp gut geschlafen.
Nach einem ausgiebigen und leckeren Frühstück begeben
wir uns alle zusammen auf die Messe. Im meinem rechten
Ohr hör ich eine Elfe mir zuflüstern, dass meine Sitznachbarin
Sigrid, mit der ich mich bereits sehr gut angefreundet
habe, heute Geburtstag hat. Ich zöger nicht lange und
wünsch ihr alles Gute und liebe zum Geburtstag. Ich
hoffe es wird ein schöner Geburtstag für Sie.
Auf der Messe angekommen begebe ich mich zu unserem
Stand der Region Hochsauerlandkreis. Dominik und die
anderen Vertreter der Region sind auch schon da. Der
„Chor 2000“ hat heute seinen Auftritt auf der Bühne.
Und weil alle dort schön zusammen stehen, bitten sie
mich gleich auf die Bühne zu kommen um ein gemeinsames
Foto zu machen. Ich freu mich über jede Anfrage und
zögere nicht lange. Nachdem sie das letzte Lied gesungen
haben, begebe ich mich auf die Bühne. Leider kennt die
Moderatorin die „ Briloner Waldfee“ noch nicht und beschimpft
mich als Hexe. Was ich überhaupt nicht nachvollziehen
kann. Aus diesem Grund dementiere ich ihre Aussage gleich
und erklär ihr wieso Brilon eine Waldfee hat. Beim nächsten
Mal, wird sie hoffentlich wissen, wer die „Briloner
Waldfee“ ist und wird sie gleich auch so begrüßen, ansonsten
könnte es passieren, dass die Waldfee wirklich zur Hexe
wird ;-)
Das Programm von NRW ist interessant und wir ziehen
auch viele Besucher an. Am späten Nachmittag hat auch
der Frauenchor „Just for Joy“ seinen Auftritt. Ich muss
sagen so einen lebendigen und modernen Chor habe ich
noch nie erlebt. Nach den ganzen Eindrücken des Tages
auf der „Grünen Woche“ sind wir noch zu Essen von der
Landesvertretung in Berlin eingeladen.
Es ist ein großes und schönes Gebäude. „Frieda Braun“
hat wieder einen Auftritt. Sie macht das richtig gut,
wie auch schon auf der Messe. Diese Frau ist eine geborene
Komikerin.
An den Köstlichkeiten wurde nicht gespart. Wir haben
sogar einen DJ, der mich und die Mädels vom Frauenchor
richtig in Stimmung bringt. Wir haben alle zusammen
richtig Spaß und für mich ist es eine Ehre mit dem Frauenchor
zu tanzen und zu lachen. Leider konnte unser Landtagsabgeordneter
Prof. Dr. Patrick Sensburg nicht mehr mit uns tanzen.
Sein Auto, das ihn wieder nach Düsseldorf zum nächsten
Termin fährt, steht schon vor der Tür. Schade, wir hätten
doch so gerne mit ihm noch ein Stündchen getanzt. Er
wird hoffentlich sein Versprechen halten, und beim nächsten
Mal mit uns tanzen.
Auch dieser Abend geht leider zu Ende. Geschlossen fahren
wir nun wieder zum Hotel zurück. Morgen ist wieder ein
anstrengender, aber bestimmt schöner Tag.
Samstag, 16. Januar 2010 – Messe „Grüne Woche“
Heute darf ich eine Stadtrundfahrt, zusammen mit dem
Chor, durch Berlin mitmachen. Wir machen uns gleich
früh morgens auf den Weg. Es ist sehr interessant alle
Sehenswürdigkeiten von Berlin zu sehen. Leider bleibt
uns keine Zeit auch Besichtungen zu machen. Ich muss
nämlich gleich wieder auf die Messe, damit mir noch
genug Zeit bleibt, die Messe zu besichtigen. Dort angekommen
leg ich mein schönes Kleid ab und sag Domi eben Bescheid,
dass ich kurz über die Messe laufe. Es gibt viele interessante
Dinge zu sehen und natürlich auch zu probieren. Leider
hat der Magen eine Grenze, die bei mir dann auch schnell
erreicht ist. Da es so viele Köstlichkeiten gibt. Kann
mich gar nicht richtig entscheiden. Naja, man kann ja
auch nicht alles probieren. Ich laufe schnell durch
die Hallen um auch in kürzester Zeit alles zu schaffen.
Es sind sehr viele Länder vertreten. Alle bieten ihre
Nationalgerichte an und stellen ihr Land von der schönsten
Seite vor. Ich sehe viele verkleidete Männer und Frauen.
Ich muss aber sagen, mein Kostüm ist das schönste und
außergewöhnlichste. Sonst sind nur Königinnen oder Prinzessinnen
zu sehen, aber keine Fee. Stolz wie ein Oscar, dass
ich so ein besonderes Kleid habe, schaue ich mir die
anderen Figuren mit einem schmunzeln an.
An unserem Stand dann wieder angekommen, schmeiß ich
mich wieder in Schale und lös Patrick Kessler ab. Er
war heute auch da und hat unsere Region gut vertreten.
Jetzt bin ich an der Reihe. Die Messe ist gut besucht,
und somit hab ich und meine Kollegen auch die Gelegenheit
unser schönes Sauerland vielen Menschen nahe zu bringen.
Abends hab ich mich auf den Weg ins Hotel zurück. Bin
auch ganz schön geschafft. Im Hotel angekommen gönne
ich mir noch einen „grünen“ Cocktail (grün ist meine
Lieblingsfarbe) und führe ein nettes Gespräch mit Herrn
Strenger.
Sonntag, 17. Januar 2010 – Heimreise
Heute geht es Richtung nach Hause. Ich bin schon ein
bisschen traurig. Hätte doch gerne noch ein bisschen
von der großen Stadt gesehen. Naja vielleicht kann ich
das im Sommer nachholen. Jedenfalls fahr ich mit dem
Frauenchor, der mich so gut aufgenommen hat, dass ich
mich richtig wohl in der Runde fühle, nach Hause. Die
Mädels haben sich auch für die lange Reise was Nettes
überlegt. Ein kleines und einfaches Spiel was uns alle
bisschen ermuntert hat.
Zu Hause lass ich alles noch mal Revue passieren. Ich
bin sehr erfreut darüber, dass ich wieder so viele nette
Menschen (damit ist zum größten Teil der Frauenchor
„Just for Joy“ gemeint) kennen lernen durfte. Aber das
ich auch diese Erfahrung machen durfte, Teil eines Großen
gewesen zu sein, und zwar der „Grünen Woche“. Es ist
wieder ein Baustein in meinem Leben.
|