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Brilon. Paul Rötz. Was in den Ländern
der Reben die Weinköniginnen sind, im Siegerland
die freundlichen Dilldappen als lustige Haubergsgeister,
in Olpe der Pannenklöpper und in Attendorn
der Nachtwächter, das ist für die Waldstadt
Brilon die Waldfee. In ihr Kostüm schlüpft
jedes Jahr aufs Neue eine junge Dame. Palmsonntag,
anlässlich des Aktionstages "Brilon blüht
auf" wird Elena Diels Nachfolgerin vorgestellt.
Es lag auf der Hand, dass vor sieben Jahren
mit der Waldfee eine Figur geschaffen wurde,
um in authentischer Art und Weise auf die
Stadt mit Europas größtem Kommunalwald aufmerksam
zu machen. Im In- und Ausland soll die Waldfee
Brilon repräsentieren.
Mittlerweile hat sie ein kunstvolles Feenkostüm,
das nicht an das „Blätterkleid” der ersten
Stunde erinnert. Damals hatte eine Hamburger
Designerin auf solch ein forestisches Exterieur
gesetz, das eher an eine knorrige Eiche erinnerte
als an eine zarte Sagengestalt. Mit dem jetzigen
Outfit, das aus einer Schneiderstube in Attendorn
kommt, wird jedoch jede junge Dame, die es
trägt, zur wirklichen Fee.
Kostüm
Sonja Köhler von der Briloner Wirtschaft und
Tourismus (BWT) sitzt an maßgeblicher Stelle
mit im Arbeitskreis Waldfee, wenn es darum
geht, aus den hoffentlich vielen Bewerbungen
die richtige auszusuchen. Auch der Lokalchef
der Briloner WESTFALENPOST, Jürgen Hendrichs,
gehört mit zu jenen, die die Waldfee vor Jahren
aus der Taufe hoben und wird deswegen beim
Casting dabei sein wie auch Mitglieder des
Rates. Sie alle haben ein Wort bei der Wahl
der Waldfee mitzureden. Es sollen sich vor
allem junge Damen aus Brilon melden, die noch
keine Kinder haben. Einerseits soll damit
die Feenwirkung der Figur unterstrichen werden,
andererseits muss die Waldfee abkömmlich sein
und im Jahr bei rund 15 Veranstaltungen im
Kostüm ihren Auftritt leisten. Sonja Köhler:
„Sie muss nicht Maße 91-60-89 von Gisele Bündchen
oder Claudia Schiffer haben. Aber ins Feenkostüm
zwischen 38 und höchstens 44 sollte sie reinpassen.”
Köhler weist auf die zeitliche Flexibilität
hin, die für die Aufgaben der Waldfee unabdinglich
ist. Auftritte zu den vorgegebenen Terminen
und Reisen müssen von ihr sichergestellt sein.
Sollte es trotzdem mal zu einem zeitlichen
Engpass kommen, so springen laut Sonja Köhler
die ehemaligen Waldfeen ein. Oft dauern die
Auftritte nur eine halbe Stunde, manchmal
etwas länger.
Tolle Begegnungen
Elena Diel, noch amtierende Waldfee, hat es
nie bereut.
Im Gespräch mit der WP sagte die aus Kasachstan
stammende Industriekauffrau: „Erst habe ich
überlegt. Jetzt bin ich froh, dass ich es
gemacht habe. Vielen netten Menschen bin ich
begegnet und habe mit 23 Jahren gelernt, was
ein offizieller Auftritt verlangt. Nie vergesse
ich ein Mädchen in Wesel, das sich an mich
drängte und auf Flämisch fragte, wo denn meine
Flügel sind. Feen hätten doch Flügel.
Unvergesslich auch die Reise ins sibirische
Nowgorod und das Kochen mit dem WDR.” Vom
24. bis 27. Juni, also über Schützenfest,
wird dieses Jahr die Waldfee zusammen mit
einer Briloner Delegation bei den Internationalen
Hansetagen in Pärnu in Estland auflaufen.
Fahrt, Unterkunft, eigentlich alles, was dazu
gehört, ist für die Waldfee natürlich kostenlos.
Köhler: „Es ist ein Ehrenamt, Kosten entstehen
jedoch nicht.” Außerdem ist die Waldfee nie
allein, sondern immer in Begleitung.
Bewerbung bis 23. Januar
Das maßgeschneiderte historische Kleid wird
immer auf die Figur der neuen Waldfee angepasst.
Das ist vor allem Maria Morgenroth aus Altenbüren
zu verdanken, die hier als Gewandmeisterin
ganz vorn im Tross um die sagenumwobene Waldfee
steht.
Der Arbeitskreis freut sich also auf großes
Interesse und macht Mut. Ab sofort können
Bewerbungen mit Foto übers I-Net info@brilon-waldfee.de
abgegeben werden. Anmeldeschluss ist der 23.
Januar.
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